Wut ist Gut

Wut ist Gut

 15,40

Wie unsere Emotionen uns helfen und heilen können

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Autor

Verlag

Seiten

157

Artikelnummer: 9783863741402

Kategorie:

Beschreibung

Unterdrückte Wut ist eine der häufigsten Ursachen von Krankheiten sowie von psychischen und psychosomatischen Beschwerden. Diese Wut nimmt ihren Ursprung in Kränkung oder Vernachlässigung, in seelischer oder körperlicher Gewalt, in Verlusten, Verlassenheits- oder Ohnmachtsgefühlen – in Erfahrungen also, die nur den Wenigsten erspart bleiben.

Wie können wir unsere Leiden überwinden? Die unterschiedlichen Symptome, mit denen der Körper reagiert, sind Botschaften voller Hoffnung: Wir können uns selbst heilen, indem wir all unsere Emotionen – ob Wut, Trauer oder auch Freude – zulassen und im Hier und Jetzt empfinden, anstatt sie zurückzuhalten wie ein Staudamm, der das Wasser am Abfließen hindert. Nur dieses Ausleben kann dem Loslassen und dem Verzeihen den Weg bahnen.

Wenn wir uns unsere „verschmähten“ Emotionen zugestehen, lernen wir wieder, uns selbst zu respektieren und zu lieben. So können wir nicht nur unsere Krankheiten und Ängste besiegen, sondern auch neues Vertrauen zu uns selbst gewinnen. Und wir finden zu uns selbst zurück, zu unserer ureigenen Intuition und Kreativität, die jeder Mensch in sich trägt.
Auszüge aus dem Buch
(Auszug aus Kapitel 1)
Die „Denke“
Die Denke ist der „nutzlose“ Teil unseres Gehirns, der geschwätzig wird, sobald man ihn lässt. Sie verhindert, dass die Stille sich in uns ausbreitet und betäubt uns mit „um sich selbst kreisenden Gedanken“. Damit sind die nutzlosen Gedanken gemeint, die Befürchtungen, Angst, Panik und Phobien auslösen, oder auch Bedauern und Schuldgefühle. Die Denke nutzt weder Kreativität noch Intelligenz, ganz im Gegenteil: Sie blockiert alles. Die Denke trennt uns von unserer praktischen und theoretischen Intelligenz. Das zeigt sich in einem Durcheinander von Ideen, der Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, einer allgemeinen Lähmung. Diese Denke steht nicht im Dienst unseres innersten Wesens, sondern entfremdet uns einander. Sie ist geschwätzig, hilft uns aber nicht, auch nur ein Projekt umzusetzen. Sie schafft vom Moment ihres Auftauchens an eine körperliche Anspannung, die wir vielleicht nicht einmal wahrnehmen, denn diese Anspannung verhindert den Zugang zu unseren Gefühlen, unseren Sinneswahrnehmungen und unserer eigenen Wirklichkeit. Aufgrund der Denke verlieren wir unsere Persönlichkeit, denn sie trennt uns von unserem innersten Wesen. Aus all den genannten Gründen ist sie überaus schädlich und muss um jeden Preis zum Schweigen gebracht werden. Erst dann können wir unsere eigene Wirklichkeit und unser innerstes Wesen wiedererlangen, das allein ein Dasein im weitesten Sinn ermöglichen kann.
Die Denke ist auch der Grund dafür, dass wir uns mit anderen vergleichen: Ich bin besser oder schlechter als der Nachbar, ich möchte haben, was der Andere hat. Sie bringt uns dazu, Regeln zu
befolgen, die nicht unsere eigenen sind, weil wir das Bedürfnis haben, anonym in der Menge mitzuschwimmen. Oder sie bringt uns dazu, besonders „eigenwillig“ zu sein, damit wir uns um jeden Preis von den Anderen und der Normalität abheben.
Die Denke funktioniert nie im Hier und Jetzt, sondern schickt uns in die Zukunft, wodurch sie Ängste und Befürchtungen auslöst. Viele Menschen glauben oder machen uns glauben, dass es sich bei Letzteren um Emotionen handelt. Das ist falsch. Eine Emotion kann nur im gegenwärtigen Moment wahrgenommen werden. Wir können nicht morgen glücklich, traurig oder wütend sein, wir können es nur hier und jetzt. Vielleicht werden wir es morgen sein, aber das ist ein Gedanke oder eine Hoffnung. Ängste hingegen richten sich immer auf die Zukunft und entspringen gänzlich aus unserer Denke: Wir haben Angst davor, was geschehen könnte, ob gleich, morgen, in einigen Wochen, Monaten oder Jahren. Wenn wir vor etwas Angst haben oder uns fürchten, beginnen wir unsere Sätze häufig mit einem „wenn“: Wenn der Andere mich nachher nicht anschaut, dann … Wenn ich die Prüfungen nicht bestehe, wenn ich den Flieger verpasse, wenn ich beim Vortrag anfange zu stottern etc.